Mladifest 2018 – meine Eindrücke und Zeugnis

Auf nach Medugorje

Das ganze Studienjahr habe ich darauf gewartet. Im Juli wurden dann nur noch die Tage gezählt. Endlich ist es wieder soweit. Ich fahre nach Medugorje.

Gemeinsam mit einer Gruppe der Schwestern der Jüngersuche und einem Kalasantinerpater fahren wir dann los. Zuvor wird noch die Messe in der Klostereigenen Kirche gefeiert und ab gehts wieder ins „gelobte Land“.

Wir fahren über Nacht und kommen am nächsten Morgen in Kroatien am Meer an. Schönes Wetter erwartet uns. Zwei, drei Runden im Meer geschwommen – den Jugendlichen hat es besonders gefallen, ergeben sich die ersten Gespräche mit den zumeist unbekannten Pilgern. Während der Nachtfahrt hat noch jeder schnell auf Anweisung der Schwester Luise ein kurzes Zeugnis vor der Gruppe im Bus gegeben. Der Inhalt: was ich mit Medugorje verbinde.

Zeugnis – aus der Droge zur neuen Perspektive

Ich bin nervös und weiß nicht, was ich sagen soll. Mich verbindet sehr viel mit diesem Ort. Hier habe ich beten gelernt, habe Perspektiven für mein Leben gefunden und letztendlich eine Berufung ins Priesterseminar und in den kirchlichen Dienst erhalten. Für mich gibt es eine Zeit vor Medugorje und ein Zeit, in der ich erst begonnen habe, das Leben zu entdecken. Eine Zeit der Abhängikeit, im Suchen an den falschen Orten und eine Zeit der gestillten Sehnsucht und des Betens. Eine Zeit der Finsternis und eine Zeit danach, –  eine Zeit ohne und eine mit Gott und Maria, die dir Licht ins Leben bringen.

Ich entscheide mich im Bus, von meiner seit 10 Jahren geheilten Suchtvergangenheit zu erzählen. Es drängte mich einfach dazu. Auch wenn es schwierig war darüber zu sprechen.

Und es war gut, dass ich dieser Eingebung gefolgt bin. Schon sofort nach dem Zeugnis, spricht mich die erste Frau im Bus an. Es ergibt sich ein tiefes Gespräch. Das sollte währen der Wallfahrt noch häufiger passieren. Menschen klagen von ihrem Leid, von den Kindern, die auf Abwege geraten sind und ihrer Hoffnungslosigkeit.

Ohne es zu wissen wurde ich auf dieser Pilgerreise zum Hoffnungsträger. Einer, der den Weg aus der Sinnlosigkeit der Droge gegangen ist und nun ein geregeltes, suchtfreies Leben lebt, sogar die Matura nachgeholt hat und dabei ist, Priester zu werden. Ich werde auf dieser Fahrt zu jemanden, der  verzweifelten Eltern einen Hoffnungsschimmer gibt. Ich wusste gar nicht wie mir auf dieser Reise geschieht, aber das sind die Fäden, die die Muttergottes webt.

Zurück zum Mladifest. Natürlich habe ich das ganze Programm und auch abseits des Programmes durchgemacht. Wir waren auf den Bergen und ließen uns mit unseren Handys und Radios in der Sonne braten, um den einzigartigen Vorträgen zu folgen und uns durch die Gnade Gottes verwandeln zu lassen.

Auch mit Burschen aus der Gemeinschaft Cenacolo habe ich gesprochen. Einer lächelte etwas ungläubig, als ich ihm sagte, dass ich selber so tief unten war und mit Hilfe meiner Familie und der Gospa aus diesem Elend herausgefunden habe. Aber wir verstanden uns. Pray for us – we will pray for you, gab er mir in gebrochenem Englisch zu verstehen. Danach reichte er mir einen Rosenkranz, den Burschen aus der Gemeinschaft gefertigt hatten. Dieser Rosenkranz begleitet mich täglich. Und ich bete für die Gemeinschaft, und für alle Menschen, die mir Gott auf meinen Weg sendet.

Es war eine sehr schöne Zeit. Die Beichte war das Highlight. Erneuert und mit neuer Kraft bin ich zurückgekehrt.

Zukunft der Homepage

Wie wird es mit dieser Seite weitergehen? Ich überlege, ob ich während des Studiums die Zeit finden werde, sie weiterhin zu betreuen. Wahrscheinlich werde ich sie verlängern, denn es macht mir Freude, hier zu schreiben. Ich sehe die Besucherzahlen und habe den Eindruck, dass es doch Interesse an dieser Homepage gibt. Jedoch habe ich die Kommentarfunktion deaktiviert, weil ich mich damit nicht so gut auskenne und in gewisser Weise verantwortlich wäre für ausrastende Kommentare, die man auch tätigen kann und ich nicht die Zeit habe, alles zu löschen.

Allen Besuchern dieser Website, die der Gospa geweiht ist wünsche ich viel Erbauung und ich bitte euch um euer Gebet für die Seminaristen, sofern es in eurem Sinn ist, gute Priester zu erhalten.

Gottes Segen, Mit Maria zu Jesus,

Andreas